Beitrag Sportrecht

Haftung im Sport

Die Regeln müssen eingehalten werden

Wer haftet eigentlich für Sportunfälle in der Freizeit? Ist ein Hobbyfußballer zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er seinen Gegenspieler im Zweikampf verletzt?

Beim Fußball gilt: Der Fußballer nimmt grundsätzlich Verletzungen, die bei regelgerechtem Spiel nicht zu vermeiden sind, in Kauf. Hierbei hat der Geschädigte die Verletzung sportlicher Regeln durch den Schädiger zu beweisen. Zu unterscheiden ist zwischen gebotener Härte (erlaubt) und Unfairness (unerlaubt). So verstößt z.B.  das Hineingrätschen mit beiden Beinen nicht nur gegen die Regeln des Deutschen Fußballbundes, sondern ist wegen der bekannten Verletzungsgefahr in keinem Fall nicht gerechtfertigt.
Die Spielregeln der Sportverbände geben jedoch nur Anhaltspunkte – im Übrigen entscheidet der jeweilige Tatrichter, ob bei Regelverstößen in wettbewerbstypischen Risikolagen („Kampf um den Ball“) eine Schadenersatzhaftung in Betracht kommt. Dies wird verneint, wenn der Spieler zwar geringfügig gegen eine dem Schutz der Spieler dienende Regel verstoßen hat, dies aber aus Spieleifer, Unüberlegtheit, technischem Versagen, Übermüdung o.ä. geschehen ist.

Beim Skifahren gilt der Vorrang des Vorausfahrenden. Das bedeutet, dass ein Skifahrer, der sich einem Anderen von hinten nähert, seine Fahrspur so wählen muss, dass der vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet wird. Im Fall der Kollision spricht der Beweis des ersten Anscheins für ein Fehlverhalten des Auffahrenden – somit haftet er.
Jeder Skifahrer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt. Maßgeblich sind die vom internationalen Skiverband (FIS) aufgestellten Verhaltensregeln. Daher muss er seine Geschwindigkeit nach seinem Können, der Schwierigkeit des Geländes, der Schneebeschaffenheit und dem Vorhandensein anderer Personen anpassen. Wenn allerdings ein Freizeitfahrer lediglich aufgrund eines leichten Fahrfehlers den Sturz eines anderen verursacht, haftet er nicht. Hier realisieren sich lediglich die allgemeinen Risiken des alpinen Skisports.

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Hagen Döhl

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